Die EU-Kommission erteilte für die transgene BASF-Kartoffelsorte ‚Amflora‘ die Anbauzulassung und erlaubte gleichzeitig die Einfuhr und Verarbeitung von drei transgenen Maissorten der Firma Monsanto. Ebenso wie Verbraucher- und Umweltschützer kritisiert DIE LINKE diese Entscheidungen aufs Schärfste.
Hierzu erklärt Alexander Süßmair: „Dies war eine Entscheidung gegen die große Mehrheit der Menschen, die bekanntlich Agrogentechnik und Gen-Food ablehnt. Damit ist die EU-Kommission wieder einmal vor den Agrochemiekonzernen in die Knie gegangen.
Gesundheitliche Risiken durch das Antibiotika-Markergen von ‚Amflora‘ können ebenso wenig ausgeschlossen werden, wie die Kontamination der Umwelt durch Knollen, die nach der Ernte auf dem Acker zurückbleiben. Auch wenn ‚Amflora‘ in erster Linie der Industriestärkeproduktion dienen soll, ist sie doch auch als Futtermittel zugelassen. Fleisch und Milch von damit gefütterten Tieren kann dann ganz schnell auf den Teller gelangen.
Da es inzwischen eine konventionelle Sorte gibt, die nach Expertenmeinung mindestens genauso gut für die Industriestärkeproduktion geeignet ist, besteht überhaupt keine Notwendigkeit für den Anbau von ‚Amflora‘.
So liegt der Gedanke doch sehr nahe, dass der eigentliche Zweck darin besteht, die Bevölkerung schrittweise an die Agrogentechnik zu gewöhnen. Die Gentechnik-Lobbyisten hoffen, dass der Widerstand gegen den Anbau dieser transgenen Industriestärkesorte geringer ist als bei transgenen Sorten, die der Ernährung dienen. Und was die drei Maissorten angeht, so ist die Zulassung zur Einfuhr und Verarbeitung auch nur der erste Schritt. Der zweite Schritt, die Anbauzulassung, wird folgen.
Wie heutigen Pressemeldungen zu entnehmen ist, hat BASF angekündigt noch dieses Jahr die Zulassung von zwei weiteren gentechnisch veränderten Kartoffelsorten zu beantragen, eine davon ist für die industrielle Produktion von Chips und Pommes frites vorgesehen.
Die EU-Kommission hat in Deutschland tatkräftige Unterstützung. Den Unionsparteien und der FDP ist die Agrogentechnik so wichtig, dass der Anbau von ‚Amflora‘ sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde. Ihre Agrarpolitik ist an den Profitinteressen der Großkonzerne ausgerichtet. DIE LINKE dagegen steht für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und vertritt somit ganz klar die Interessen der Bauern und der Verbraucher.“
DIE LINKE im Bundestag richtete kürzlich eine kleine Anfrage an die Bundesregierung zu den Ergebnissen und Folgen aus den Freisetzungen von gentechnisch veränderten Amflora-Kartoffeln im Jahr 2009 (Drucksache 17/755). Auf die Antworten darf man sehr gespannt sein.
Alexander Süßmair, MdB
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