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24. Februar 2010 Aus Bayern

Ein Zeichen setzen für Demokratie, Freiheit und Vielfalt - gegen den Nazi-Aufmarsch in Augsburg

In Augsburg mobilisiert ein breites Bündnis aus Organisationen für den Aktionstag „Vielfalt in der Friedensstadt“. Am 27. Februar 2010 muss ein Zeichen für Demokratie, Freiheit und Vielfalt - gegen den Nazi-Aufmarsch gesetzt werden. Der bayerische Bundestagsabgeordnete und Augsburger Stadtrat Alexander Süßmair (DIE LINKE) unterstützt den Aktionstag und ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Veranstaltungen auf. Er erklärt hierzu:

„Rassismus, antisemitische und andere Ideologien der Ungleichheit breiteten sich in den letzten Jahren bis weit in die Mitte der Gesellschaft aus. Rechte Parteien sitzen mittlerweile in Landtagen und Kommunalparlamenten. Zusammen mit den ‚Freien Kameradschaften‘ versuchen sie in ganzen Regionen die kulturelle Meinungsführerschaft zu erreichen und Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamphobie und Homophobie gesellschaftsfähig zu machen.

Eine bei Nazis beliebte Methode sind Demonstrationen, mit denen sie angeblich den Opfern von Bombennächten gedenken. In Wirklichkeit geht es ihnen aber darum, eine öffentliche Plattform für ihre Hetzpropaganda zu haben und gleichzeitig die Verbrechen ihrer geistigen Vorfahren zu verleugnen und zu verharmlosen.

Somit ist es geradezu eine Verhöhnung der Opfer der Bombennacht vom 25./26. Februar 1944, wenn am nächsten Samstag die Neonazis unter dem Vorwand, den damaligen Opfern zu gedenken, durch Augsburg marschieren, in Wirklichkeit aber ihre faschistische, menschenverachtende, rassistische und antidemokratische Ideologie verbreiten wollen. Mit genau dieser Ideologie haben die Nazis ab 1933 erst die Demokratie beseitigt und anschließend den Krieg in die Welt getragen.

Deutschland hat den 2. Weltkrieg begonnen und zuerst Gewalt, Zerstörung und Tod über andere Länder gebracht. Das gehört auch zur historischen Wahrheit. Vergessen dürfen wir ebenfalls nicht, dass Augsburg nicht nur Wohnort, sondern auch wichtiger Standort der Rüstungsindustrie war. Es wurden hier also Waffen produziert, die andernorts Zerstörung gebracht, Menschen verletzt und getötet haben. Diesen Opfern müssen wir ebenso gedenken, wie denen der Bombennacht.

Leider haben damals viel zu viele bei den Verbrechen der Nazis mitgemacht und noch viel mehr weggeschaut. Um so größer ist mein Respekt vor denen, die damals Widerstand gegen die verbrecherischen Nazis geleistet haben, dafür auch ihr Leben aufs Spiel gesetzt und all zu oft verloren haben. An sie müssen wir uns gleichermaßen erinnern wie an die zahllosen ermordeten Juden, Sinti und Roma, Behinderten, Homosexuellen, Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Pazifisten, Sozialisten und Kommunisten.

Wir gedenken aller Opfer von Faschismus und Krieg. Der Schwur von Buchenwald ‚Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!‘ muss für uns alle eine Verpflichtung sein.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir, die Bürgerinnen und Bürger von Augsburg, den Nazis am nächsten Samstag entgegentreten und die Rote Karte zeigen. In Augsburg ist für viele Platz, nicht aber für Nazis. Wir haben aus der Geschichte gelernt.“

Alexander Süßmair, MdB

Alexander Süßmair wird am Kundgebungszug „Straße der Erinnerung“ teilnehmen. Dieser startet um 11.55 Uhr an der Ecke „Am Katzenstadel/Blaue Kappe“ und kommt um ca. 13.30 Uhr auf dem Rathausplatz an. Dort wird Alexander Süßmair am Fest der „Vielfalt in der Friedensstadt" teilnehmen und den Bürgerinnen und Bürgern an einem Infostand der LINKEN für Gespräche zur Verfügung stehen. Seinen Redebeitrag wird er voraussichtlich zwischen 15:00 und 15:30 Uhr halten.